Kathrin Mahler Walther - Rolle der Westpresse für die Opposition in Leipzig
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Abschrift
Einer der zentralen Schritte, die wir für uns definiert haben, war, Kontakt zu den Westmedien aufzubauen, und zwar einen kontinuierlichen Kontakt, sodass sie über unsere Arbeit Bescheid wissen, sodass in dem Moment, wo von uns eine Info kommt, die die Kontextinformation schon haben und wirklich in die Berichterstattung gehen können. Dazu braucht es kontinuierliche Kontakte. Dazu haben wir uns an die Initiative Frieden und Menschenrechte gewandt, die hier in Berlin saßen und die diese Kontakte vor Ort tatsächlich aufbauen konnten, weil die in Ost-Berlin akkreditierten West-Journalisten auch zugänglich waren in ihren Büros, weil die von sich aus auch auf die kirchlichen Veranstaltungen der Basisgruppen gekommen sind und dort mit den Leuten gesprochen haben. Insofern kannte die Initiative eben auch die Journalistinnen und Journalisten. Nein, die Journalisten in dem Fall, das waren tatsächlich alles Männer. Und hat dann uns da quasi die Brücke gebaut, uns eingeführt. Also zum Beispiel AP oder auch Spiegel. Herr Schwarz, warum fällt mir sein Vorname nicht mehr ein? Er hat mit mir 2019 das Bundesverdienstkreuz gekriegt und ich weiß es gerade leider nicht mehr. Aber es gab so einige Journalisten zu dieser Zeit, die hier eine sehr zentrale Rolle hatten, weil sie auch explizit die Bürgerbewegung unterstützt haben. Das haben ja durchaus nicht alle getan, aber eben der Spiegel, dpa und AP, das waren alles drei Journalisten, die da sehr aktiv waren, die eben auch Sachen rüber geschmuggelt haben, weil sie als Journalisten nicht gefilzt wurden an der Grenze und über die wir eben Bücher gekriegt haben, aber eben auch Teile für Druckmaschinen, für Kameras etc. Das war also auch in dieser Hinsicht nochmal wichtig, den Kontakt zu den Journalisten zu haben. Und die Initiative Frieden und Menschenrechte hat uns, da die die Tür geöffnet, uns vorgestellt, den Erstkontakt hergestellt. Danach haben wir tatsächlich regelmäßig die Journalisten besucht und sind eben regelmäßig nach Berlin gekommen, um uns mit denen zu verabreden. Wir konnten tatsächlich auch einfach in deren Büro reingehen. Das war frei zugänglich. Da wurden wir nicht gestoppt und konnten dort denen berichten, wie ist die Situation in Leipzig. Wir haben das vor allen Dingen auch genutzt, um nach unseren monatlichen Treffen der DDR-Bürgerrechtsbewegung, der, DDR-Gruppen, dann auch zu berichten, was wir sonst noch aus den aus der DDR erfahren haben und all die Informationen weiterzugeben.